Freitag, 30. September 2011

Bauernhaus mit Hühnerleiter in Berge in Brandenburg

Das Foto zeigt laut handschriftlichem Vermerk auf der Rückseite ein Haus in Berge (Mark), ich vermute, es handelt es sich um das Dorf Berge im Landkreis Prignitz in Brandenburg.

Quelle: Sammlung Nordsplitter

In der Vergrößerung ist zu erkennen, dass dieses Haus mit einer Hühnerleiter versehen ist, die zu einem kleinen, auf dem Bild offenstehenden Fenster führt. Rechts neben der Bank gibt es eine kleine Treppe oder Rampe, vielleicht für Enten?

Quelle: Sammlung Nordsplitter

Mittwoch, 14. September 2011

Auf dem Bauernhof, undatiertes Foto

Quelle: Sammlung Nordsplitter.

Der Fuchs im Hühnerstall, um 1906

Grußkarte mit wenigen Verlagsangaben (Signet und "Serie 372), gelaufen 1906 von Breslau nach Mockau. Kein erfreuliches Motiv für einen Hühnerhalter, aber immerhin die selten anzutreffende historische Darstellung einer innen liegenden Hühnertreppe.

Quelle: Sammlung Nordsplitter.

Alter Bauernhof in Zwingenberg mit schöner Hühnerleiter, um 1928

Auf dieser Ansichtskarte aus den 1920er Jahren, die einen Bauernhof in Zwingenberg an der Bergstraße (Hessen) zeigt, ist eine besonders schöne Hühnerleiter, eine sogenannte Halbleiter, zu sehen. Sie scheint aus einem Rundholz zu bestehen, das an der Wand befestigt ist. Durch dieses Rundholz sind naturwüchsige Aststücke als Sprossen gesteckt. Die Hühnerleiter endet unterhalb eines Podestes, das sich vor dem Eingang des Hühnerstalles befindet (vgl. die Ausschnittsvergrößerung).

Gelaufen 1928. Verlag Georg Mahr, Zwingenberg a. d. Bergstraße, Serie I, Karte 6. (Quelle: Sammlung Nordsplitter).

Dienstag, 13. September 2011

Literatursplitter :: Bose 1798

"Der Hühnerstall muß vor Kälte und Hitze, auch sonst fest und wohl verwahret seyn, damit kein Raubthier, als Marder, Iltis, Wiesel oder keine Eule hinein komme, welche sonst in einer Nacht alle Hühner, die ihnen ein Leckerbissen sind, umbringen., Inwendig muß er reinlich gehalten werden, sowohl auf dem Fußboden, als an den Wänden, Stangen und Nestern; er muß mit Nestern zum Legen und Brüten, auch mit Stangen versehen seyn, damit die Hühner, welche gern hoch sitzend schlafen, darauf ihre Ruhestätte finden. Man thut wohl, ihn in der Höhe, am liebsten in einem Kuh- oder Pferdestall anzulegen, weil daselbst allemahl der rechte Grad von Wärme und Kälte für die Hühner seyn wird; dieser muß zwar mit einer Thüre versehen seyn, die in den großen Stall gehet, worinnen er sich befindet, damit die Menschen dahinein steigen können, diese muß aber den Hühnern verschlossen seyn, und sie zu ihrem Ein- und Ausgange ein an der Seite des Hofes angebrachtes Flugloch haben, welches unten mit einer Treppe versehen, die von den Flugloche in einer schrägen Richtung bis herunter auf den Hof gehet. Wenn Abends alle Hühner in dem Stalle, worauf man wohl Achtung zu geben hat, so wird dieses Flugloch zugemacht, damit nicht ein Hühner Feind durch dasselbe hinein dringe, und diese ermorde, welches ebenfalls denjenigen leicht widerfahren kann, die aus Nachläßigkeit ihrer Wärterin einzulassen vergessen werden, und daher ihr Nachtlager auf den Bäumen oder andern hohen Orten im Freyen suchen müssen."

Carl Adam Heinrich Bose: Hand-Buch der praktischen Landwirthschaft, allen Liebhabern derselben zugeeignet. Zweyter Band. Den Wiesewachs und die Viehzucht enthaltend. Leipzig : Wilhelm Rein 1798, S. 371 f. (Quelle)

Literatursplitter :: Buchoz 1785

 In diesem frühen Fachwerk zur Hühnerhaltung, aus dem Französischen, werden zwei Arten von Hühnerleitern genannt: die von außen in den Stall und die innen zu erhöhten Sitzstangen führenden.

"Man kann bey dem grossen Hühnerstall, noch zwey ober drey andere anhängen, die mit einander Gemeinschaft haben, damit die Hühner die Wahl haben, denjenigen auszusuchen, der ihnen am besten gefällt, und damit sie den Schnabelhieben derjenigen ausweichen können, die ihnen den Krieg machen könnten, wenn sie zusammen auffliegen wollten. Die Hühnerställe müssen jeder ein kleines Fenster haben , welches mit einem eisernen Gitter versehen ist, oder vor dem kleine Stöcke ineinander geflochten sind, um dem Federvieh Licht zu schaffen, und doch ihren feindlichen Thieren den Eingang zu verwehren. Das Inwendige des Hühnerstalls muß mit grossen viereckigten Stöcken oder Hühnerstangen versehen seyn, damit die Hühner sich desto besser darauf halten können; denn die Henne krümmet ihre Klauen nicht, um sich auf ihrem Nachtsitze zu halten, wie die andern Geflügel zu thun pflegen. Diese Stangen oder Hühnerbetten müssen an beyden Seiten an der Mauer besestiget seyn, und man muß sie so unterstützen, daß sie fest sind. Sie müssen zum wenigsten anderthalb Fuß von der Erde erhoben seyn, damit sie allezeit ohne grosse Mühe darauf fliegen können, weil solches sonst leicht verursachen könnte, daß sie ihre Eyer zerbrechen; wenn man etwa nicht anders könnte, als die Stangen höher zu machen, so müßte man eine Art von Leiter dabey anlegen, um den Hühnern das Heraufkommen zu erleichtern; man muß alsdenn auch eine Leiter von aussen, an der Thüre eines jeden Hühnerstalls anlegen, um den Hühnern den Eingang zu erleichtern, wenn sie legen oder sich aufsetzen wollen. An beyden Seiten des Hühnerstalls, an den Seiten der Stange, müssen Körbe in der Mauer angebracht, oder doch daran besestiget seyn, damit die Hühner desto leichter darein kommen können, wenn sie darein legen wollen. Man versieht diese Körbe gemeiniglich mit Stroh, damit die Hühner ihre Bequemlichkeit darinn haben, und sie ihre Eyer nicht zerbrechen, wenn sie legen; das Heu aber ist weicher, und vielleicht den Flöhen und andern Gewürme nicht so ausgesetzt."

Des Herrn Buchoz ökonomisch-physikalische Abhandlung vom Federvieh, welches zum Vergnügen in Vorhöfen und Vorwerken pflegt gehalten zu werden. Als ein Unterricht dieses Geflügel zu erziehen, zu erhalten, zu vermehren, zu füttern und in der Hauswirthschaft zu benutzen. Aus dem Französischen übersetzt von J. W. Consbruch. Als ein Supplement zu Bueffons Naturgeschichte. Wien : gedruckt bei Johann Thomas Edlen von Trattnern 1785, S. 63 f. (Quelle)

Der Fuchs und die Hühnerleiter, 1859

Dieser kleine Ausschnitt aus einer naturkundlichen Erzählung von Theodor Meyer-Merian gibt einen Hinweis darauf, dass ein Nutzen der lose angelehnten Hühnerleitern darin lag, dass sie des Nachts vom Eingang zum Hühnerstall fortgestellt werden konnten, um Raubtieren den Zugang zu erschweren.

"Reinecke nähert sich dem Waldrande, von wo man das Licht im abgelegenen Bauernhofe blinken sieht, er sondirt die Gegend und sein Spitzbubenauge hat im Hofe auch sogleich eine Hühnerleiter entdeckt. Eine Hühnerleiter aber steht selten vergeblich da, gewöhnlich sind auch Hühner in der Nähe. Hühnerfleisch, findet er nun, wäre ein ganz schmackhafter Braten, auch für ihn, und er ist Menschenkenner genug, um der Vermuthung Raum zu geben, die nachlässige Magd, welche die Leiter Abends stehen gelassen, könnte auch vergessen haben, das Thürlein zu schließen oder wenigstens nur bis auf eine Spalte, durch die er seine spitze Schnauze zu stecken und sich selber weiter zu helfen vermöchte."

[Theodor] Meyer-Merian: Nachtleben in der Natur. In: Die Maje. Ein Volksblatt für Alt und Jung im deutschen Vaterlande. Hg. v. W. O. von Horn. Band 2, Wiesbaden : Kreidel & Niedner 1859, S. 420-441, hier S. 430. (Quelle)

Montag, 12. September 2011

Osterkarte, um 1912

"Easter Greetings", gelaufen in den USA 1912. Die Karte ist "Printed in Germany". Aus dem Scan geht nicht hervor, dass die Karte hochglanzlackiert ist und alles, was hier bräunlich aussieht, goldfarben glänzt.
Die Hühnerleiter ist einfach an den hochgelegenen, mit einer kleinen Brettertür verschließbaren Eingang zum Hühnerstall angelehnt.

Quelle: Sammlung Nordsplitter

Der Hühnerhof von Johann Michael Voltz, um 1823

"Der Hühnerhof" ist dieser kolorierte Kupferstich von Johann Michael Voltz betitelt, er stammt aus dem um 1823 erschienenen Werk "Zwölf Blätter Kinder-Bilder zur Unterhaltung und mündlichen Belehrung", das in ein Heft für Knaben und in ein Heft für Mädchen aufgeteilt war (1). Dieser Stich stammt aus dem Heft für Mädchen, da ja die Sorge um das Geflügel gemeinhin der weiblichen Arbeitssphäre zugewiesen wurde. Die Abbildung selbst ist ein Nachdruck aus einem Buch der fünfziger Jahre, dem 1957 erschienenen "Bilder aus dem Biedermeier" (2). Ein hochwertigerer Nachdruck der gesamten Bildfolgen mit erläuternden Bemerkungen von Horst Kunze erschien später in der DDR (3).
Die Hühnertreppe im hinteren Teil des Hühnerhofes führt in einen Zugang zum Stall, der aussieht, als wäre er ganz rund gemauert.

Johann Michael Voltz: Der Hühnerhof. Kolorierter Kupferstich um 1823. Quelle: siehe Text.

(1) Zwölf Blätter Kinder-Bilder zur Unterhaltung und mündlichen Belehrung. 1 Heft für Mädchen. Nürnberg : G. N. Renner & Schuster o.J. [um 1823]. Das Heft für Knaben entsprechend gleichlautend, aber mit anderer Verlagsbezeichnung (G. N. Renner & Comp.).
(2) Johann Michael Voltz: Bilder aus dem Biedermeier. Mit einer Einleitung von Eugen Roth. Baden-Baden : Klein 1957. (= Der silberne Quell, 39) Dieser Nachdruck geht zurück auf eine anscheinend ebenfalls 1823 in Augsburg (bei Herzberg) erschienene Ausgabe des Mädchen-Heftes zurück.
(3) Johann Michael Voltz: Kinder-Bilder. Mit erläuternden Bemerkungen von Horst Kunze. Nachdruck der um 1823 bei G. N. Renner & Comp. (Heft für Knaben) und bei G. N. Renner & Schuster (Heft für Mädchen) in Nürnberg erschienenen Ausgaben nach den Exemplaren einer privaten Sammlung. Zwei Hefte in einem Schuber. 2. Auflage, Berlin (Ost) : Der Kinderbuchverlag 1986.

Sonntag, 11. September 2011

Hühnertreppe mit Podest aus einem Fachbuch von 1928

Aus dem Kapitel Stallbau des 1928 erschienenen Werkes "Wirtschafts-Geflügelzucht und -haltung". Im Text wird auf die Hühnertreppe kein Bezug genommen, es geht um die Stärke des Fundamentes auf hängigem Gelände.

Abb. aus: Römer, Richard; Weinmiller, Lothar (Hg.): Wirtschaftsgeflügelzucht und -Haltung. Lehr- und Lernbuch für jedermann. Stuttgart : Ulmer 1928, S. 127.

Samstag, 10. September 2011

Der Hahn auf der Hühnerleiter, um 1800

Aus der Geschichte der Stadt Neuruppin stammt diese kleine Anekdote aus dem Leben des 1809 ins Amt gewählten Bürgermeisters (und Arztes) Braun:

"Man erzählt von ihm, daß er an sich die Erfahrung gemacht habe, wie leicht man dahin kommen könne, einen Meineid zu schwören. Er hatte nämlich auf seinem Hofe einen Hahn, der auf seinen Zuruf auf eine Sprosse der Hühnerleiter, die vierte von unten, flog, und dann dreimal krähete. Er kam ihm, er wußte nicht wie, weg. Nach einigen Tagen bemerkt er auf dem Hofe eines Nachbars einen, den er für den seinigen hält. Der Nachbar bestreitet das. Doch man macht die Probe. Der Hahn wird auf den Hof des Dr. Braun gebracht, und siehe, auf das gegebene Zeichen springt er auf die bestimmte Leitersprosse und kräht dreimal. Darauf hin beschwört unser Doktor, daß dieses Thier ihm gehöre, und empfängt es. Nach einer geraumen Zeit findet sich noch ein Hahn, der dem schon vorhandenen ganz gleich ist, auf dem Hofe ein. Der Dr. Braun macht nun das bekannte Zeichen, und siehe, dieser Hahn thut, wie der andere, und nun entdeckt der gute Mann an einem anderen kleinen Merkmale, daß der zuletzt gekommene wirklich der seinige ist, während er den, den er besitzt, nur durch einen irrthümlichen Eid erlangt hat."

Ferdinand Heydemann: Die neuere Geschichte der Stadt Neu-Ruppin. Neu-Ruppin : Oehimgke & Riemschneider 1863, S. 94. (Quelle)

Weckruf von der Hühnerleiter, 1859

Aus einer kleinen Erzählung der seinerzeit vielgelesenen Marie Nathusius (1817-1857):

"Sie kamen hier an, als eben der Mond untergegangen war, und die ersten lichten Streifen sich im Morgen zeigten. Der Hahn stand oben auf der Hühnerleiter, schlug mit den Flügeln und rief sein Kikerikiki mit großer Wichtigkeit in die noch schlafende Welt hinein. Einige Sperlinge guckten darauf aus dem Neste, zwitscherten noch erträglich geräuschlos sich ihre Morgengrüße zu, eine Taube murkurte auf dem hohen Siehdichum, und der Hausknecht wusch sich am Brunnen sein rothes Gesicht und strich sich sein struppig Haar glatt."

Maria [sic!] Nathusius: Der kleine Regimentstrompeter. In: Dies.: Kleine Erzählungen. In zwei Bänden. Bd. 1, Halle : Richard Mühlmann 1859, S. 133-166, hier S. 157. (Quelle)

Meine Hühnertreppe

Die Hühnertreppe an meinem neuerbauten Hühnerstall. Es handelt sich um zwei hintereinander verschraubte Regalbretter (Kellerregal STEN von Ikea), die zunächst nur an der Hühnerklappe angelehnt sind. Da sich die Klappe an der Nordwestecke des Stalles befindet, soll sie nach Norden und Westen hin einen Windschutz erhalten, dann rückt die Treppe mehr in die Mitte. so sieht es aber jetzt aus (Anfang September 2011):


Quelle: Sammlung Nordsplitter.

Freitag, 9. September 2011

Weckruf: Der Hahn kräht von der Hühnerleiter

Holzschnitt von Heinrich Otto, erschienen zuerst im Kalender Kunst und Leben, Jahrgang 1921.

Der Weckruf. Holzschnitt von Heinrich Otto. Abb. aus: Donat, Klenner, Vogelpohl: Heimat und Vaterland. Ein Mittelschullesebuch. Heimatausgabe für Schleswig-Holstein/Hamburg/Lübeck, bearb. v. Th. Duggen. Erster Teil. Für das 5. und 6. Schuljahr. Leipzig, Berlin : Teubner 1930, S. 135.


Westfälisches Bauernhaus, 19. Jahrhundert

Auf diesem Holzschnitt vom Ende des 19. Jahrhunderts, ein Bauernhaus in Westfalen darstellend, ist an der Seite des Hauses eine schöne Halbleiter zu sehen.

Westfälisches Wohnhaus. Abb. aus: M. Reymond: Illustrierte Länder- und Völkerkunde. Berlin : Deutsche Volksbibliothek o.J. [1898], S. 246.



Donnerstag, 8. September 2011

Hühnerleiter in einem Angerdorf, 19. Jh.

In Georg Buschans "Das deutsche Volk" habe ich diese Wiedergabe eines Holzschnittes, wohl aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, gefunden. Eine Quellenangabe gibt Buschan nicht. Es handelt sich um eine nord- bzw. niederdeutsche Szene.
Frühmorgen in einem Angerdorf: Austrieb zur Weide. Abb. aus: Georg Buschan (Hg.): Das deutsche Volk in Sitte und Brauch. Stuttgart, Berlin, Leipzig : Union Deutsche Verlagsgesellschaft o.J., S. 189.

Der genaue Blick auf die Hühnerleiter rechts im Bild erweist, dass es sich um eine Halbleiter handelt:


Montag, 5. September 2011

Württembergischer Bauernhof, um 1910

Farbtafel in Georg Buschans "Das deutsche Volk".
Württembergischer Bauernhof. Nach einem Gemälde von Walther Georgi, München. Aus der Münchner "Jugend". Abb. aus: Georg Buschan (Hg.): Das deutsche Volk in Sitte und Brauch. Stuttgart, Berlin, Leipzig : Union Deutsche Verlagsgesellschaft o.J., Farbtafel nach S. 184. 

Aus dem Lüneburgischen, um 1910

Die Durchsicht des voluminösen, zweibändigen "Lüneburger Heimatbuches" von 1914, das mit zahlreichen großartigen Abbildungen versehen ist, bringt zum Thema Hühnertreppe ein mageres Ergebnis. Lediglich die Abbildung eines mustergültigen Giebelhauses mit tiefem Walm ("Überall verbreitet") zeigt eine Hühnertreppe oder Hühnerleiter.
Abb. aus: Benecke, Otto und Theodor (Hg.): Lüneburger Heimatbuch. Im Auftrage der Bezirkslehrervereine Lüneburg und Celle. Band II: Volk und geistiges Leben. Bremen : Niedersachsen-Verlag Carl Schünemann 1914, S. 99.

Die unanständige und die anständige Henne - Karikatur von Adolf Oberländer

Eine kleine Karikatur von Adolf Oberländer (1845-1923) mit einer angedeuteten Hühnertreppe im Hintergrund.

Abb. aus: Adolf Oberländer Album. Humor und Satire in über 300 Zeichnungen und Bildgeschichten. Rosenheim : Rosenheimer 1982, S. 80 [zuerst Berlin (Ost) : Eulenspiegel Verlag 1981].



Samstag, 3. September 2011

Hühnerleitern in spätmittelalterlichen Stundenbüchern aus Flandern

Auf das Livre d'heures de Hennessy (Stundenbuch), entstanden 1530 in Brügge in der Werkstatt des Simon Bening, wurde ich aufmerksam bei der Lektüre des zweiten Bandes von Paul Brandts "Schaffende Arbeit und bildende Kunst", in dem das Januarbild dieses Stundenbuches abgebildet ist.

Abb. 1: Januarbild aus dem Livre d'heures de Hennessy, 1530. Aus: Paul Brandt: Schaffende Arbeit und bildende Kunst. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Leipzig 1928, S. 24.

Eine farbige Abbildung findet sich auf den Seiten der dieses Stundenbuch besitzenden Bibliothèque royale de Belgique in Brüssel.

Ein fast gleiches Motiv findet sich auf einem anderen Stundenbild, das von Bening bzw. aus seiner Werkstatt stammt:

Abb. 2: Januarbild aus dem Breviarium Grimani, Brüssel um 1510. (Venedig, Biblioteca Marciana, fol 2v, Bild bei Wikipedia) [NB: wird an anderer Stelle bei Wikipedia auch als Februarbild (fol. 3v) geführt].
Die Ausschnittvergrößerung zeigt genauer die Konstruktion der Leiter:



Und noch ein Bild aus einem Stundenbuch von Bening bzw. aus der Werkstatt Bening (als Urheber dieses Stundenbuches werden Gerard Horenbout, Alexander und Simon Bening genannt), ebenfalls für den Monat Januar, lässt annehmen, dass dieser Mann wohl eine gewisse Neigung zum Motiv Hühnerleiter gehabt hat:

Januarbild aus einem in Brügge entstandenen Stundenbuch, 1. Hälfte 16. Jh. (München, StB, cod. lat. 23638, fol. 2v, Bild bei Wikipedia)
Im vergrößerten und etwas aufgehellten Ausschnitt ist, bei aller Unschärfe, ein weiteres Detail zu erkennen: die Hühnerleiter findet ihre Fortsetzung in Sprossen, die anscheinend direkt in der Wand verankert sind und die im 90-Grad-Bogen bis zur Hühnerluke oberhalb der Tür führen: